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12.06.2019

Exkursion ins Kraftwerk Tiefstack mit Watson Farley & Williams

Wie kann innerhalb einer Generation der Kohleausstieg geschafft werden?

Am 06. Juni 2019 lud das Studium professionale der Bucerius Law School zur gemeinsamen Exkursion mit Watson Farley & Williams ins nahegelegene Vattenfall Kraftwerk "Tiefstack". Auf kurze einführende Vorträge von Frau Dr. Jule Martin, Managing Associate für Watson Farley, und Katja Spehling, Koordinatorin für Öffentlichkeitsarbeit bei Vattenfall, zu den rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen des Kohleausstiegs, folgte eine Besichtigung des Kraftwerks. Schließlich kamen alle im Hamburger Büro von Watson Farley zu einem gemeinsamen Get-Together zusammen.

Das zentrale Problem des Kohleausstiegs, so Dr. Martin, sei die Herausforderung Leistungsschwankung von volatilen Energieträgern wie Solar- und Windenergie ohne fossile Energieträger ausgleichen zu können. Aktuell bestünde der Energiemix in Deutschland noch etwa zur Hälfte aus konventionellen Energieträgern. Gäbe es jetzt eine sogenannte "Dunkelflaute" – weder ausreichend Wind für Windenergie, noch ausreichend Sonne für Solarenergie – so könne auf Kohle und Gas zurückgegriffen werden, um Engpässe im Stromnetz auszugleichen. Auch Spehling schloss sich dem an und erläuterte, wie etwa das Gasreaktor am Standort Tiefstack binnen kürzester Zeit hochgefahren werden könne, um bei Bedarf einzuspringen.

Ein juristischer Ansatz um diese Problematik zu lösen, so Dr. Martin, sei die Flexibilisierung der Strommärkte. So könnten etwa Handelsintervalle am Strommarkt, sprich der Vorlauf, mit dem Strom am Markt gehandelt wird, von Tagen auf Stunden reduziert werden, um Leistungsspitzen schneller verteilen zu können. Auch neue Speichertechnologien müssten entwickelt und ausgebaut werden. Spehling schloss sich dem an: Speichertechnologien in ihrem jetzigen Zustand seien nur geeignet minimale Leistungsschwankungen, jedoch keine tagelangen Dunkelflauten, auszugleichen. Sowohl zusätzliche Kapazitäten, als auch effizientere Technologien müssten daher entwickelt werden.

Die Komplexität der Thematik wurde auch bei der folgenden Besichtigung des Kraftwerks deutlich. Es folgte abschließend ein reger Austausch über die Erlebnisse des Tages beim abendlichen Get-Together mit Anwält*Innen und Mitarbeiter*Innen von Watson Farley & Williams.

Philip Heider